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Zusammenfassung Heft 2


Freiburger Bodenkundliche Abhandlungen

Schriftenreihe des
Institut für Bodenkunde und Waldernährungslehre
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Schriftleitung: F. Hädrich


Heft 2


Omer Khodary Eissa


Feinstrategraphische und pedologische Untersuchungen
an Lößaufschlüssen im Kaiserstuhl (Südbaden)



Freiburg im Breisgau 1968

ISSN 0344-2691


Zusammenfassung:

Reich gegliederte und ungestörte Lößprofile sind im Kaiserstuhl höchst selten. Deshalb müssen bei lößstratigraphischen und paläopedologischen Forschungen mehr oder weniger starke Schichtenstörungen, die sich in Deluviallößbildungen, Schichtenreduktionen und im Köpfen der im Löß erhaltenen fossilen Böden "bemerkbar machen, in Kauf genommen werden. Diese Schichtenstörungen sind aus dem relativ starken Prälößrelief zu verstehen. Ein solches reich gegliedertes Profil haben wir im Hohlweg "Buntenhahlengasse" südwestlich von Bötzingen a. K. in einer Gesamtmächtigkeit von fast 20 m untersucht. Es setzt sich aus 6 Einzelaufschlüssen zusammen, deren stratigraphische Verbindung keine Schwierigkeiten bereitete, wobei zahlreiche Bohrungen und Schürfe die feldgeologisch gewonnenen Ergebnisse, insbesondere die Lagerungsverhältnisse abzuklären halfen.
Die einzelnen Aufschlüsse wurden geländemorphologisch, mikromorphologisch mittels eines durchgehenden Lackfilmes und analytisch durch die Bestimmung des nichtcarbonatischen Kohlenstoffs, des Carbonatgehaltes und seiner Calcit- und Dolomitkomponenten, der Korngrößenverteilung und der in 3% HC1 löslichen Anteile verschiedener Elemente untersucht. An ausgewählten Proben wurden zusätzlich Bestimmungen im 1% NH4Cl -Auszug, des Gehaltes an oxalat- und dithionit-citrat-löslichen pedogenen Eisenoxiden, von Mangan aus Fe-(Mn-) Ausscheidungen, der Tonminerale (rönt-genographiseh und differentialthermo-kalorimetrisch) und der Kationenumtauschkapazität vorgenommen sowie mikromor-phologische Untersuchungen an Dünnschliffen durchgeführt. Darüber hinaus wurde in einem ersten Untersuchungsschritt die Gastropodenfauna bestimmt.
Die Lößabfolge von Bötzingen besteht aus mindestens vier kaltzeitlichen Lössen und drei interglazialen Verlehmungszonen. Von einer vierten Verlehmungszone wurden Reste gefunden.
Wir unterscheiden einen Jüngeren und drei Ältere Lösse. Der Jüngere Löß, welcher in seiner Gesamtheit der Würmeiszeit zugeordnet wird, besteht aus einer Folge von hellen (5 Y 7/3-6/3), tonarmen und carbonatreichen porösen Lössen, die alternierend äolisch und deluvial ausgebildet sind. Er wird in seinem unteren Drittel von einer sog. "Verbraunungszone"- eine im Vergleich zu den Ver-lehmungszonen schwächere Bodenbildung von steppenboden-artigem Charakter - unterteilt. Die Verbraunungezone wird in das Brörup-Interstadial gestellt und mit der "Unteren Verbraunungszone" von Heitersheim parallelisiert. Es werden Argumente für eine Dreigliederung der Würmeiszeit angeführt.
Die Älteren Lösse unterscheiden sich rein lagerungsmäßig vom Jüngeren Löß. Sie haben je eine interglaziale Verlehmungszone über sich und wurden dadurch stärker sekundär mit Carbonat infiltriert. Sie sind verhältnismäßig geringmächtig entwickelt, undeutlich geschichtet, fahlgelb bis fahlbraun (10 YR 7/4-6/4) und damit dunkler als der Jüngere Löß, außerdem carbonatärmer und tonreicher. Sie unterscheiden sich von den Jüngeren Lössen weiterhin eindeutig durch den sehr niedrigen Dolomitgehalt und durch höhere Anteile von in 3% HC1 löslichem Eisen und Aluminium.
Alle drei aufgefundenen Verlehmungszonen,die primär vollständig entcarbonatisiert waren und durch eine intensive Tonbildung und Tonverlagerung geprägt wurden, sind nicht mehr in ihrer ursprünglichen Mächtigkeit anzutreffen, sie wurden geköpft. Sie sind alle drei typologisch als Para-braunerden anzusprechen, da sie makromorphologisch auf den Polyederoberflächen sichtbare, im Dünnschliff durch ihre Orientierungsdoppelbrechung auffallende Toncutane aufweisen. Alle drei Verlehmungszonen weisen an ihrer Basis fla-Horizonte mit starker Kindelbildung auf, Die Kindel der Unteren Verlehmungszone (10 YR 7/6-7,5 YR5/6) sind mehr als einen Meter lang.
Obwohl die Kindel der Mittleren Verlehmungszone nicht die größten sind, scheint doch die Pedogenese hier am weitesten fortgeschritten zu sein (7,5 YR 6/4-5/4).
In einem Versuch zur chronologischen Gliederung des Profiles stellen wir die Obere Verlehmungszone (10 YR 7/5-6/5) in das letzte Interglazial (R/W) und parallelisieren sie mit dem "Oberen Heitersheimer Boden" von BRONSER (1966). Die am intensivsten ausgeprägte Bildung, die Mittlere Verlehmungszone, stufen wir in das vorletzte Interglazial (Mindel/Riß) ein und weichen damit von der BRONGERschen Gliederung ab. Die Untere Verlehmungszone wird in das Günz/ Mindel-Interglazial gestellt.



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