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Zusammenfassung Heft 8


Freiburger Bodenkundliche Abhandlungen

Schriftenreihe des
Institut für Bodenkunde und Waldernährungslehre
der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Schriftleitung: F. Hädrich


Heft 8


Karl Keilen


Spurenelementverteilung und Bodenentwicklung im Bärhaldegranit
(Südschwarzwald)


Freiburg im Breisgau 1978

ISSN 0344-2691


Zusammenfassung:
Im Gebiet des Bärhaldegranits (südlicher Hochschwarzwald) wurde die Bodenentwicklung und die Verteilung der Spurenelemente Be, Cd, Co, Cu, Pb, V und Zn untersucht.
Die untersuchten Standorte liegen bei Neuglashütten, Gemeinde Feldberg, in 1000 - 1300 m Ü.NN. Das Klima ist perhumid (2000 mm/a) und kühl (Jahresmittel 4°C). Aktuelle Vegetation sind überwiegend Fichtenforsten.
Ausgangsmaterial der Bodenbildung sind der basenarme Bärhaldegranit und seine Begleitsteine. Auf Grund der Landschaftsgeschichte finden sich am Kamm der Bärhalde überwiegend reliktische Frostschutt- und Strukturböden und am Oberhang vor allem Fließerden. Am Unterhang und im Tal sind die Böden in glazialem Geschiebelehm und periglazialen, teilweise auch fluviatilen Sedimenten entwickelt.
Am Kamm und am Oberhang dominieren terrestrische (Braunerden und Podsole), am Unterhang und im Tal hydromorphe Böden (Stagnogleye, Waldmoore, Ockererden). Der Verwitterungsgrad der Böden ist noch relativ gering. Im Mineralbestand entsprechen die Profile noch weitgehend dem Ausgangsgestein.
Die Braunerden sind nach SOUCHIER (1971) als 'Sols brun ocreux', die Podsole als 'Podzols modals' einzustufen. Laterale Wasserbewegung führte im Stagnogley und Waldmoor zu Verlusten an Fe, Mn (und AI), denen Gewinne in der Ockererde entsprechen. Alle Profile haben stark saure Reaktion und geringe Basensättigung der Sorptionsträger.
Die durchgeführten Bilanzierungen ergaben für das Untersuchungsgebiet beachtliche Na- und P-Verluste. Ebenfalls deutlich sind Verluste an K, Ca, Mg und Mn. AI und Fe werden überwiegend nur innerhalb des Untersuchungsgebietes umverteilt. Zr, Ti (und Si) sind weitgehend immobil und reichern sich daher in den Böden relativ an.
Der Bärhaldegranit ist im Vergleich zu anderen Gesteinen arm an Spurenelementen (Ausnahme Be). Die untersuchten Spurenelemente sind vor allem im Biotit, weniger im Muskowit und Orthoklas gebunden. Bei physikalischer Verwitterung werden Be, Cd, Co, Cu, V und Zn vor allem in den feineren Körnungsfraktionen, Pb mehr in den gröberen relativ angereichert.
Hohe Gehalte an Pb und Cd im Humus sind vor allem auf Fernimmissionen, weniger auf Einbeziehung in den Biokreislauf zurückzuführen. Demgegenüber sind Co, Cu, V und Zn deutlich stärker von der Pflanzenaufnahme erfaßt. Be ist offenbar nur sehr wenig in den Biokreislauf einbezogen.
Cd und Co sind in den Böden des Untersuchungsgebietes sehr mobil. Sie werden deutlich pH- und Eh-abhängig verlagert. Cd wird in den Torfhörizonten des Waldmoors, Co in den Sesquioxidanreicherungs-horizonten der Ockererde akkumuliert. Be wandert ebenfalls entlang von pH-Gradienten. Die Sorption erfolgt in den Podsolen und der Ockererde an den Sesquioxiden, in den hydromorphen Böden vor allem am gut kristallisierten Muskowit-Illit der Schlufffraktion. Cu und Zn sind stark an die organische Substanz und die Sesquioxide gebunden. V und Pb sind relativ immobil. Dennoch wird Pb vor allem in organischer Komplexbindung in größerem Umfang innerhalb des Untersuchungsgebietes umverteilt.
Im pedochemischen Verhalten ähnelt Be vor allem dem Al, Cd, Co und Zn ähneln weitgehend dem Mn, Cu und V dem Fe. Die Pb-Tiefenfunktionen folgen denen des Humus.
Im Falle zunehmender Immissionen wären Gefährdungen des Menschen am ehesten durch Cd anzunehmen, da dieses Element hohe Taxizitat und gleichzeitig hohe Mobilität besitzt. Pb unterliegt in großem Umfang der Immobilisierung. Für Be sind stärkere Umverteilung und steigender Austrag zu erwarten. Bei den Nährelementen Co, Cu, Zn (und V) ist die aktuelle Anlieferung schlecht bis ausreichend, so daß stärkere Immissionen zunächst eine Verbesserung der Versorgung darstellen.



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